Geschichte
Geschichte der Cranialen Osteopathie
Die Craniale Osteopathie wurde Anfang der 1930er Jahre von William Garner Sutherland (1873-1954) entwickelt. Sutherland gab im Alter von 25 Jahren seinen Beruf als Journalist auf, um bei Dr. Andrew Still Osteopathie zu studieren. Im Zuge dessen hatte er Gelegenheit, einen zerlegten Schädel zu betrachten. Seine Aufmerksamkeit richtete sich auf die "beveled articular surfaces of the sphenoid bone". Ihre Kanten schienen auf eine gelenkige Beweglichkeit hinzuweisen, und obwohl alle ihm bekannten Anatomieschulen lehrten, dass Schädelnähte verknöchern und ein unbewegliches, statisches Ganzes darstellen, ließ ihn der Gedanke um die Möglichkeit von Bewegungen im Schädel nicht wieder los.
Jahrzehntelange Studien
Durch jahrzehntelange genaue anatomische Studien kam er zu dem Entschluss, dass die Gelenkflächen der Schädelknochen eine Konstruktion darstellen, die nur den Zweck haben, Bewegung zu ermöglichen. Er fand heraus, dass die Schädelknochen durch Membranen im Schädel miteinander verbunden sind und ihre Bewegung durch diese Membrane koordiniert werden. Auch das Kreuzbein ist durch die Dura im Rückenmarkskanal mit den intracranialen Membranen, und so mit den Schädelknochen verbunden. Durch wiederholtes Palpieren unzähliger Schädel begann Sutherland etwas zu erspüren, was er nicht erklären konnte. Nämlich Bewegungen, die unabhängig von Herz- und Atemrhythmus sind.
Selbstversuche
Um genauer zu verstehen, warum die einen Kopfschmerzen haben, während andere eine Brille benötigen oder unter Bissstörungen leiden, führte er Selbstversuche mit Hilfe eines von ihm konstruierten Helms durch, mit dem er an bestimmten Stellen des Kopfes Druck ausüben konnte. Auf diese Weise erforschte er die Auswirkung von Restriktion an den Schädelknochen. Sutherland reagierte auf den stetigen Druck nicht nur mit Kopfschmerzen, Halluzinationen und Seh- und Hörstörungen, sondern auch mit Persönlichkeitsveränderungen. Aufgrund seines Wissens um die normale Struktur der Gewebe, und mit Hilfe seiner Frau, korrigierte er diese Restriktion und erforschte schließlich Möglichkeiten der Diagnose und Therapie.


